IG Schnitzwerkstatt am Bienenwald

Die IG Schnitzwerkstatt am Bienenwald wird von der Familie betreut und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die historische Schnitzwerkstatt mit neuem Leben zu füllen. Außerdem gilt es den Bienenwald zur Aufzucht heimischer Insekten zu pflegen und zu erhalten. Die Gründung der Interessengemeinschaft 2020 stellt den Startschuss dar für den Erhalt der Schnitzwerkstatt mit Remise, sowie die Restaurierung des momentan verfallenen, mit Ränkewasser angetriebenen Wasserrads. Ziel ist es, an die beiden größeren Veranstaltungen der IG Knochenmühle in Mühlhofe anzuknüpfen und den Besuchern die faszinierende Wirkstätte des Schnitzmeisters zu präsentieren.

Ansprechpartner:

Reiner und Katrin Dohrmann, Gerd und Claudia Sieler
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Schnitzwerkstatt mit angrenzendem Teich in den 1990er Jahren

 

Geschichte der Schnitzwerkstatt am Bienenwald

Die einzigartige Kulturlandschaft aus Schnitzwerkstatt und Bienenwaldbestand liegt im Ränketal zwischen Rinkscheid und Sellenrade unweit der kleinen Ortschaft Eckertsmühle. Die dazwischenliegenden Wiesen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von der Ortschaft Schmittepaul aus landwirtschaftlich genutzt. Lothar und Ingrid Lück begannen in der Nachkriegszeit die Weideflächen des Wittkop-Hofs umzuwandeln. Die alten Wasserrechte wurden zum Betrieb einer Teichanlage mit Wassereinspeisung durch die Ränke umgewidmet. Charakteristisch ist das Wasserrad und - wer es noch kannte - ein mit Elektromotor betriebenes Floß (Deflorata) auf dem großen Ränkesee.

 

 Ränkesee in der Entstehungsphase

 

Traditionell wurde auf den Höfen in den rauhen, dunklen Wintermonaten ein Handwerk betrieben, auf dem Wittkop-Hof war dies die Korbflechterei. Lothar Lück nutzte diese Monate um seine Liebe zur Schnitzerei zu verfeinern. Die heute noch hervorragend erhaltene Schnitzwerkstatt mit allerlei Exponaten ist Zeugnis dafür. Die Phantasie kennt beim Betrachten keine Grenzen.

Lothar Lück fertigt die Verkleidung eines Möbelstücks an

 

 

Geschichten für den Plattdeutschen Abend wurden
in der Schnitzwerkstatt ausgedacht, rechts im Bild
der Stammbaum Lück-Borg, der bis in die
1990er Jahre fortgeführt wurde.

 

Als die Schnitztechnik ihren Einzug hielt entstanden erste grobe Exponate wie Esmeralda, die auf einem Findling am Parkplatz wachte, bald wurden die Schnitzereien ausgefeilter. Die Schnitzwerkstatt wurde mit Sitzgruppe und Möbeln für technische Geräte und künstlerischen Konzeptstudien ausgestattet. Inspirationen holte das Paar sich auf Reisen zum Nordkap oder an Rhein & Mosel. Der Stammbaum Lück-Borg, allerlei frivole, derbe Exponate entstanden und es wurden Geschichten dazu für den Plattdeutschen Abend ausgedacht.

Als das Waldsterben begann, wurde ab Mitte der 1980er Jahre ein Bienenwaldprojekt mit dem Westfälischen Amt für Landespflege umgesetzt. Über mehrere Jahre verteilt wurden auf gut 1 ha landschaftspflegerische Anpflanzungen vorgenommen. Die Mischung der Baumarten ist so angelegt, dass die Blüh-Periode schon sehr früh beginnt und reichhaltig Nektar für Solitärbienen und Insekten aller Art vorhanden ist. Eingebettet zwischen Bienenwald, Streuobstwiese und Ränke entstand ein Golfplatz (9 Loch) den man heute noch auf den Wiesen erahnen kann.

Frühblühende Traubenkirschen am Bienenwald laden Insekten bereits im April ein,
wenn die meisten Laubbäume noch kahl sind.

 

Das Hofgebäude wurde verkauft; im tiefer liegenden Bereich rund um die Schnitzwerkstatt waren immer Gäste, die den Geschichten von Lothar lauschten und sich an der Schnitzkunst und der Kulturlandschaft erfreuten. Mit der Zeit verfiel manches wie das Wasserrad. Seitdem verharrt der künstlerische Teil im Dornröschenschlaf. Wir, die Neffen Gerd mit Frau Claudia und Reiner mit Frau Katrin stellen uns vor, diesen Kulturschatz der hiesigen Bevölkerung wieder zugänglich zu machen. Beispielgebend ist die Knochenmühle neben deren Ruine wir in Mühlhofe aufgewachsen sind. Der Heimatverein Meinerzhagen hat der Einrichtung der IG Schnitzwerkstatt am Bienenwald unter seinem Dach zugestimmt.

 

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