Sie sind hier: Archiv 2009
Zurück zu: Archiv
Allgemein:
Meine Galerie
Schon von Weitem war das Dengeln der Sensenblätter und das dumpfe Stampfen der Mühle, die eigentlich keine Mühle, sondern eine Stampfe ist, zu hören. Räucherfischduft (Müllers Forellen) signalisierte Leckeres aus dem Ofen. Einige Meter weiter dann Stockbrot (Hannis Stockbrot) Reibekuchen, Steaks, Würstchen, Kartoffelsalat, Waffeln, Kaffe und Kuchen oder auch frisch gepresster Apfelsaft. Das Knochenmühlenteam hatte sich bei der Vorbereitung des Tages des offenen Denkmals wieder große Mühe gegeben und hoffte auf viele Besucher. Scheinbar hielt das Wetter den einen oder anderen dann doch von einem Ausflug nach Mühlhofe ab. Schade. Denn dann konnten Sie nicht erleben, wie mit Hilfe alter Gerätschaften gebuttert wurde. Edelgard von Hagen zeigte einen Ausschnitt aus dem Herstellungsprozess. Denn die Milchsahne, die vom Bauernhof Nerlich in Unterworbscheid zur Verfügung gestellt wurde, muss zunächst einge Tage stehen, damit sie ansäuert. Sie wird dann in das Butterfass, die Kirne, gegeben und "geschockelt". Nach etwa zwei Stunden bilden sich erste kleine Butterknötchen. Nun wird das Schockeln verlangsamt, damit die Knötchen besser wachsen können. Jetzt ist es an der Zeit, die Butter zu entnehmen, in der Molle durchzukneten, zu salzen oder auch - je nach Geschmack - mit Kräutern zu vermischen.
Nebenan zeigte Tanja Hoppe auf der Töpferdrehscheibe, wie aus einem Klumpen Ton die schönsten Gegenstände werden können. Gegen ein geringes Entgeld konnten Kinder sich hier versuchen und zeigen, was sie aus Ton formen können. Und wenn die Eltern dann die erzeugten Tonwaren abtransportierten, war der Stolz über den Erfolg des Nachwuchses in die Gesichter geschrieben. Und mancher der Großen hätte sich gern selbst getraut, aber... Trauen Sie sich beim nächsten Mal!
Fachmännisch Dengeln können nur noch die wenigsten Menschen. Gleichwohl gehörte diese Tätigkeit noch vor einigen Jahrzehnten zur handwerklichen Grundausstattung der Meinerzhhagener und Valberter. Das war natürlich vor der der Zeit der Kleinrasenmäher. Wilhelm Koch wetzte so manche Scharte der mitgebrachten Sensenblätter aus und sorgte für neue Schärfe. Doch auch Spaten wurden früher angeschliffen. Ich kann mich noch sehr gut an den prüfenden Blick meines Großvaters erinnern, der zunächst die Schärfe des Spatenblattes mit dem Daumen testete. Doch welcher Kleingartenbesitzer schleift heute noch seinen Spaten an?
Von Interesse war auch das Kräuterangebot der "Kräuterhexe" Karola. Immer wieder staunten die Besucher, welche Schätze auch unsere heimische Natur bereit hält udn was man und frau alles daraus machen kann. Unkraut? Das gibt es eigentlich gar nicht. Wir bezeichnen bestimmte Pflanzen nur so, weil wir nicht (mehr) wissen, wozu sie zu gebrauchen sind.
Oben, auf der Empore in der Museumsscheune, zeigte der 82-jährige Werner Myska sein künstlerisches Können im Umgang mit Pinsel und Farben auf einer Leinwand. Ebenso stellte er einige seiner Bilder aus, so dass ein Einblick in sein Schaffen möglich wurde: vom Frauenbildnis über Portraits und Landschaftsmalerei bis zur naturgetreuen Widergabe von Tieren.
Natürlich gab es noch mehr zu sehen: Seifen, Wolle, Schmuck... Wir danken für Ihren Besuch und freuen uns natürlich sehr, wenn wir Sie wieder an der Knochenmühle begrüßen dürfen. Wir sehen uns bei viel Schnee am 3. Advent zum gemütlichen Weihnachtsmarkt?!
Gehe zu: Jägerleitstellung Nordhelle